Abteilung Kirchengemeinden/RPA

Historie

Mit Verfügung vom 20. September 1906 wurde von Bischof Dr. Paul Wilhelm von Keppler bei der Bischöflichen Kanzlei ein „Revisionsbureau (Revisorat)“ eingerichtet. In einer eigenen Dienstanweisung wurden die Aufgaben des „Bureauvorstehers (Hilfsarbeiter- (Expeditor)stelle)“ und der Revidenten ausführlich beschrieben. Im Vordergrund stand dabei die Rechnungsprüfung; aber bereits damals war mit der Leiterstelle das Referat über die aufgrund des Pfarrgemeindegesetzes beim BO an­fallenden Vorlagen verknüpft, soweit nicht einzelne Gegenstände von einem Mitglied des Ordinariats besorgt wurden.

Mit der Entwicklung der Kirchengemeinden nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Anstieg der Finanzausstattung der Kirchengemeinden wandelten sich die Aufgaben des Revisorats mit der Umbenennung zum Rechnungsprüfungsamt und heute zur Abteilung Kirchengemeinden/RPA grundlegend.

Gegenwart

Die heutige Abteilung Kirchengemeinden/Rechnungsprüfungsamt übt die unmittelbare Rechts- und Fachaufsicht über Verwaltungs- und Unterzentren und sonstigen ortskirchlichen Stiftungen und Einrichtungen aus.

Sie betreut und berät – unter Beachtung der pastoralen Vorgaben – über die Verwaltungs-/Unterzentren die Kirchengemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Pastorale Wünsche und Notwendigkeiten werden dabei in Einklang mit den finanziellen Ressourcen gebracht und deren Umsetzung unterstützt.

Zielsetzungen

  • Gewährleisten einer funktionsfähigen Finanz- und Verwaltungsstruktur auf der ortskirchlichen Ebene. Dabei muss mit Blick auf die pastoralen Zielsetzungen der Einsatz der finanziellen Mittel koordiniert und begleitet werden, um eine größtmögliche Effizienz und bestmögliche Aufgabenerfüllung der ortskirchlichen Personen zu erreichen;
  • Beim Einsatz der Mittel und deren Verwendung muss die nach staatlichen Vorschriften und kirchlichen Anforderungen notwendige Transparenz gewährleistet werden;
  • Bei der Rechnungsprüfung soll zeitnah untersucht werden, inwieweit die finanziellen Zielvorgaben der Kirchengemeinden erreicht und die staatlichen und kirchlichen Rechtsvorschriften eingehalten werden. Im Vordergrund stehen dabei die Gesetzmäßigkeit und die Beachtung des ökonomischen Prinzips. Durch Vorgaben und Empfehlungen soll auf eine sach- und fachgerechte Verwaltung der ortskirchlichen Gelder und Vermögenswerte hingewirkt und die Erfüllung der Aufgaben gesichert werden.
  • Diözesanweite Projekte zur Kirchenentwicklung werden unterstützt.

     Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Aufsicht über

  • 25 Dekanaten
  • 1.025 Kirchengemeinden
  • 30 Verwaltungs- und Unterzentren
  • 43 Sozialstation
  • 5 Stationäre Altenpflegeheime
  • ca. 850 Kindergärten mit etwa 2.500 Gruppen

Die bischöfliche Aufsicht über die Kirchengemeinden unterscheidet sich von einer Kommunalaufsicht dadurch, dass die Kirchengemeinden unter der obersten Leitung des Bischofs stehen. Dies erfordert einerseits ein wesentlich breiteres Spektrum/eine größere Tiefe in der Aufsichtstätigkeit und umfasst auf der anderen Seite alle im staatlichen Bereich gestuften Zuständigkeiten (von der Ministerialebene bis zur unmittelbaren Kommunalaufsicht). Dabei müssen durch die Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen perspektivische Akzente ebenso gesetzt, wie administrative Handlungskonzepte erarbeitet und vollzogen werden.
 
Zentrale Handlungsfelder

Um eine ganzheitliche Sicht der Aufsichtstätigkeit zu garantieren, werden dabei die Schlüsselfelder

  • ortskirchliche Finanzen und Vermögen (inkl. Liegenschaften)
  • Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen von Baumaßnahmen,
  • finanzielle und rechtliche Aspekte von kirchengemeindlichen Einrichtungen (Kindergärten, Sozialstationen, stationäre Altenhilfeeinrichtungen),
  • Personaleinsatz bei den Kirchengemeinden (ohne pastorales Personal)
  • Organisationsstrukturen und die
  • Rechnungsprüfung der ortskirchlichen Rechtspersonen
     
    als Ganzes von der Abteilung Kirchengemeinden/Rechnungsprüfungsamt wahrgenommen und verantwortet.